Floh- und Antikmärkte

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Flohmarkt, Trödelmarkt oder Antiquitätenmarkt: Belgien ist ein ausgesprochenes Flohmarktland und somit ein Paradies für Sammler und Trödler. In der Wallonie locken zahlreiche Märkte.

Seit 1979 ermöglicht ein Gesetz Privatleuten ihren überflüssigen Haushalt abzustoßen. So hat sich eine rege Trödelmarkttradition entwickelt, die heute noch fortbesteht. In fast jedem Ort gibt es jede Woche einen Floh-, Trödel- oder Antikmarkt.

Durch die Industrialisierung, die aus England herüber schwappend auf dem europäischen Festland zuerst in Belgien einsetzte, erlangte der kleine Staat einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Zudem schöpfte er in seiner Kolonie, Belgisch-Kongo, enorme Reichtümer ab. Offene Märkte gegenüber anderen Ländern sorgten in den 40/50er Jahren für einen nicht abreißenden Einfuhrstrom; der Kauflust waren kaum Grenzen gesetzt. Damals war Belgien Europas reichstes Land.

Doch als der Kongo 1960 unabhängig wurde, der Goldstrom versiegte und die Stahlkrise der 1970/80er Jahre die Nation schwer traf, bahnte sich eine katastrophale ökonomische Krise an.

Not macht erfinderisch

Die hohe Inflation verteuerte Neuwaren enorm, der Kauflaune war ein jähes Ende bereitet, aber nur temporär. Denn ab 1979 ermöglicht ein Erlass auch Privatleuten, Gegenstände auf Märkten zu verkaufen. Speicher wurden entrümpelt, Gebrauchtes zusammengetragen und überall im Lande preisgünstig auf Trödelmärkten verkauft. Händler aus den umliegenden Ländern fanden sich ein und bereicherten die Märkte mit ihren Waren, es entwickelte sich eine rege Flohmarktkultur, die bis heute anhält.